Plastikverbot weltweit

Wie steht es weltweit mit Plastikverboten?

Chile

verabschiedete vergangenes Jahr ein Gesetz, das Plastikt├╝ten im ganzen Land verbietet. Damit ist es das erste s├╝damerikanische Land. W├Ąhrend das urspr├╝ngliche Gesetz nur die Region Patagonien, im S├╝den des Landes, abdecken sollte, wurde es sp├Ąter auf die gesamte Nation ausgeweitet und wird im Mai inkrafttreten. Abfalls├Ącke werden vom Verbot ausgeschlossen, w├Ąhrend kleine Unternehmen bis Mai 2020 Kunststoffbeutel entfernen m├╝ssen. Der Verband der Kunststoffhersteller (Asiplas) sch├Ątzt, dass Chile pro Jahr mehr als 3,4 Milliarden Plastikt├╝ten verwendet ÔÇô also 200 pro Einwohner. Plastikt├╝ten werden durch nachhaltige Alternativen aus Papier, Baumwolle oder Zuckerrohr ersetzt. Der chilenische Pr├Ąsident Sebasti├ín Pi├▒era k├╝ndigte das Gesetz an, das mit 134 Stimmen, bei einer Enthaltung, verabschiedet wurde: ÔÇ×Wir haben einen grundlegenden Schritt unternommen, um Chile und den Planeten besser zu pflegen. Heute sind wir eher bereit, unseren Kindern, Enkelkindern und den kommenden Generationen einen besseren Planeten zu hinterlassen ÔÇť.

Kenia

hat in Sachen Plastikverbot eine ganz besondere Initiative ergriffen. Im August 2018 verabschiedete die kenianische Regierung ein Gesetz, das die Produktion, den Verkauf und sogar das Tragen einer Plastikt├╝te unter Strafe stellt. Damit sind nicht etwa ein paar Sozialstunden gemeint oder eine Minderung der Strafe unter besonderen Umst├Ąnden, wie es in manchen L├Ąndern gehandhabt wird. Die Strafe reicht von einer Haftstrafe von bis zu 4 Jahren bis hin zu einem Bu├čgeld in H├Âhe von 40.000 USD. Ausl├Âser f├╝r diese drastische Ma├čnahme war die Erkenntnis, dass 24 Millionen Plastikt├╝ten jeden Monat in Umlauf kamen. In Nairobi wurde im gleichen Zeitraum registriert, dass geschlachtete K├╝he bis zu 20 Plastiks├Ącke in ihren M├Ągen hatten. Die entstandene Angst vor einer unaufhaltsamen Plastikkontamination l├Ąsst sich leicht nachvollziehen.

Norwegen

 

Norwegen f├╝hrte im Jahr 2014 ebenfalls ein Einzahlungsr├╝cknahmesystsem nach deutschem Beispiel ein und erreichte damit ein Recycling von 95 Prozent.

Deutschland

Im Jahr 2003 wurde in Deutschland unser heutiges Pfandsystem f├╝r Plastikflaschen eingef├╝hrt. Dadurch wurden ann├Ąhernd 99 Prozent der Plastikflaschen in den Recyclingkreislauf gef├╝hrt und dadurch sch├Ątzungsweise 1,2 Milliarden Container weniger auf den Deponien entsorgt. Das Problem des Mikroplastiks ist damit allerdings noch nicht gel├Âst, aber zumindest wurde die Umweltverschmutzung reduziert.

Schottland

z├Ąhlt seit letztem Jahr beim Thema ÔÇ×PlastikfreiÔÇť mit zu den Innovationschampions. Es will das erste britisch Land sein, das den Verkauf und die Herstellung von Baumwollknospen mit Kunststoffstiel verbietet. Zugleich wurde auch der erste kunststofffreie Supermarkt des Landes er├Âffnet.

 

Frankreich

In Frankreich ist es seit 2016 verboten, Becher, Besteck, Teller und Lebensmittelboxen aus Plastik, f├╝r den Einmalgebrauch, herzustellen und zu verkaufen. Dar├╝ber hinaus fordert das Gesetz, dass Einweggeschirr aus mindestens 50 Prozent Biorohstoffen bestehen muss und auch zu Hause kompostiert werden kann. Bis 2025 muss der Anteil der Biorohstoffe dann mindestens 60 Prozent betragen.

Kanada

dominiert das Feld, allerdings von hinten gesehen. 2018 lag die Recyclingqoute bei gerade einmal 11 Prozent. Kanada hat jedoch gro├če Pl├Ąne. Es wird erwartet, dass Kanada seine Recyclingqoute auf 87 Prozent, bis 2025, ausbaut. Auch der Anteil an recyclebaren Materialien soll bei Einwegkunststoffen auf 75 Prozent gesteigert werden. Der Premier, Justin Trudeau, hat f├╝r alle G7 L├Ąnder geplant, eine Anti-Kunststoff-Charta zu unterzeichnen. Darin findet sich auch der Punkt, dass die Hersteller von Kunststoffen f├╝r die Sammlung und das Recycling derer zahlen m├╝ssen. Zus├Ątzlich soll ein Verbot f├╝r Styropor und ein Verbot von schwer zu recyclenden und giftigen Kunst- und Zusatzstoffen beschlossen werden. Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna nannte den Plan eine ÔÇ×Null-Plastik-Abfall-ChartaÔÇť und verwies darauf, dass die Pl├Ąne weitreichender seien, als die Kunststoffstrategie der EU.